Schillers Heimat

Literatur

seit September 2019

 

Eine Rote-Faden-Ausstellung im Literaturmuseum der Moderne und Schiller-Nationalmuseum

Wie lernen wir schreiben? Wie beginnen wir, von Hand Buchstaben zu formen und daraus dann Wörter und Sätze und: Literatur zu bauen? Die von Hans Magnus Enzensberger angeregte Ausstellung zeigt Schreibübungen, Schulhefte, erste Gedichte und Briefe vom 18. Jahrhundert bis in die Gegenwart, von Friedrich Schiller bis Theresia Enzensberger. Und wir stellen das scheinbare Gegenteil zur Handschrift aus: die Programme und Modelle zum Poesieautomaten von Hans Magnus Enzensberger, der im November 2019 seinen 90. Geburtstag feiert.

Die Besucher können im Rahmen des ›Netzwerks literarische Erfahrung‹ an einem Experiment teilnehmen: ›Verstehen wir literarische Texte in der Handschrift besser?‹

Begleitend dazu startet ein modellhaftes Schreibprojekt an Orten, an denen Literatur normaler Weise nicht auftaucht – in Sportvereinen, Cafés, Kinos und Brennpunktschulen: Hands on!

 

 

Literaturmuseum der Moderne, Schillerhöhe 8-10

Ausstellung ›Hands on! Schreiben lernen, Poesie machen‹
Literaturmuseum der Moderne, Schillerhöhe 8-10;
Marbach;

seit Oktober 2019

EIne WG Ausstellung

Was sind wir? Was bin ich? Wie werden wir frei? Was macht uns in einem moralischen Sinn gut? Was ist Wahrheit? Warum gibt es Gott? Wozu gibt es Kunst? Fragen wie diese elektrisieren kurz nach dem Ausbruch der Französischen Revolution 1789 drei Theologie-Studenten des Tübinger Stifts, die dort sogar einige Zeit ein Zimmer teilen: den 1770 geborenen Georg Wilhelm Friedrich Hegel aus Stuttgart, den gleichaltrigen Friedrich Hölderlin aus Lauffen und den fünf Jahre jüngeren Friedrich Wilhelm Schelling aus Leonberg. Gemeinsam entwerfen sie ein Programm des Idealismus, das auch ein Systemprogramm der Literatur ist: »Mit dem freyen, selbstbewußten Wesen tritt zugleich eine ganze Welt – aus dem Nichts hervor – die einzig wahre und denkbare Schöpfung aus Nichts.« Das freie Spiel der Phantasie (und damit: unseres Ichs) in der Sprache ist Voraussetzung für das Dichten wie das Philosophieren: »Der Philosoph muß eben so viel ästhetische Kraft besitzen, als der Dichter; die Menschen ohne ästhetischen Sinn sind unsre BuchstabenPhilosophen. Die Philosophie des Geistes ist eine ästhetische Philosophie.«

 

 

Literaturmuseum der Moderne, Schillerhöhe 8, 71672 Marbach

Eröffnung am 6. Oktober 2019 um 14 Uhr. Die Künstlerin Veronika Reichl führt in Motive von Hegels Philosopie ein.

Der Eintritt in die Museen ist an diesem Tag frei, die Veranstaltung ist kostenlos.

 

www.dla-marbach.de

Ausstellung: Hegel und seine Freunde
Literaturmuseum der Moderne, Schillerhöhe 8, 71672 Marbach;
Marbach am Neckar;

Kurt Gärtner: Von den Anfängen der Computerphilologie bis zum digitalen Wörterbuch der Brüder Grimm.

1968 (ausgerechnet) wurde Kurt Gärtner mit einer Arbeit zu Wolfram von Echenbach promoviert. Als Spezialist für mittelalterliche Sprache und Literatur lehrte er in Marburg und am Kings's College in London, bis 2001 als Professor für Alt-Germanistik an der Universität Trier. Den Einsatz der neuen Technologien in den Projekten der deutschen Wissenschaftsakademie hat er maßgeblich mitgeprägt.

Bei allem Interesse an seinem eigenen Fachgebiert lag ihm schon früh daran, Texte zukunftsfähig zu machen. Bereits 1974 publizierte er über die Bedeutung des Computers für die Edition altdeutscher Texte. 1998 gründete er schließlich das Kompetenzzentrum für elektronische Erschließungs- und Publikationsverfahren in den Geisteswisschenschaften an der Universität Thrier, heute Trier Center for Digital Humanities.

In seinem Vortrag wird er die Anfänge der Computerphiliologie am Beispiel des >Digitalen Grimm< beleuten.

19:30Uhr
DLA Marbach, Humboldt-Saal, Schillerhöhe 8, 71672 Marbach am Neckar

Eintritt:

7 Euro

erm. 5 Euro

für Mitglieder der DSG 3, 50 Euro

www.dla-marbach.de

DIGITALE ORGINALE 2
DLA Marbach, Humboldt-Saal, Schillerhöhe 8, 71672 Marbach am Neckar;
Marbach am Neckar;

Zeitkapsel 56: Theo Lutz oder die Erfindung der digitalen Poesie.

Mit Toni Bernhart, Nils Reiter, Claus-Michael Schlesinger und Sandra Richter.

Im Jahr 1959 schrieb ein Stuttgarter Student der Mathematik, Physik und Elektronik Literaturgeschichte: Auf dem Rechner Z22 programmierte er einen Algorithmus für Literatur. Der erste elektronische Text in deutscher Sprache entstand. Theo Lutz hieß der Student, der in der linken Stuttgarter Kulturzeitschrift ja und nein politische Essays publizierte, sich für Kybernetik begeisterte, Max Bense hörte, für IBM arbeitete, Professor für Informatik werden und schon in den 60er Jahren über elektronische Gehirne nachdenken sollte. Der Nachlass dieses Querdenkers liegt im DLA, und wir widmen inm einen Abend.

19:30Uhr
Literaturmuseum der Moderne, Schillerhöhe 8, 71672 Marbach

Berthold-Leibinger-Auditorium

Eintritt: 7 Euro

erm. 5 Euro

für Mitglieder der DSG 3,50 Euro

www.dla-marbach.de

ZEITKAPSEL 56
Literaturmuseum der Moderne, Schillerhöhe 8, 71672 Marbach;
Marbach am Neckar;

Kinder-Ferienworkshop: Denken mit der Schreib-Hand

Fallen uns tatsächlich andere Dinge ein, wenn wir mit der Hand und dem Stift aufs Papier schreiben als wenn wir mit dem Daumen ins Handy tippen? Welche Art zu schreiben erzeugt welche Art zu denken?

Tamara Meyer und Julia Schneider finden das mit Kindern heraus und zeigen die Ergebnisse in einer kleinen Ausstellung.

Literaturmuseum der Moderne, Schillerhöhe 8, 71672 Marbach

Uhrzeit: 9-16 Uhr

Alter: 8-12 Jahre

Anmeldung: 07144/848- 617 oder museum@dla-marbach.de

Treffpunkt: vor dem Schiller-Nationalmuseum

Teilnahmegebühr: 30 Euro

www.dla-marbach.de

Kinder-Ferienworkshop: Denken mit der Schreibhand
Literaturmuseum der Moderne, Schillerhöhe 8, 71672 Marbach;
Marbach am Neckar;

Andreas Kaminski: Gründe geben maschinelles Lernen als Problem der Moralfähigkeit von Entscheidungen.

Er ist am Höchstleistungsrechenzentrum Stuttgart verantwortlich für Philosophy of Science & Technology of Computer Simulation. Er beschäftigt sich mit philosophischen und psychologischen Implikationen bei maschinellem Lernen und künstlicher Intelligenz.

Sein Vortrag handelt von Technik und Ethik, Menschen und Maschinen.

Moderation Roland S. Kamzelak.

 

19:30Uhr
DLA Marbach, Humboldt-Saal, Schillerhöhe 8, 71672 Marbach am Neckar

Eintritt 7 Euro

erm. 5 Euro

für Mitglieder der DSG 3,50 Euro

DIGITALE ORGINALE 3
DLA Marbach, Humboldt-Saal, Schillerhöhe 8, 71672 Marbach am Neckar;
Marbach am Neckar;

November 2019

Tropenkoller. Literarischer Imperialismus

Eine Forschungs-Ausstellung im Literaturmuseum der Moderne

›Tropenkoller‹ meint seelische und körperliche Erregungszustände, ausgelöst durch klimatische Extrembedingung-en. ›Tropenkoller‹, das war eine medizinische Diagnose und zugleich Fantasiebegriff und Einfallstor für sozialpolitische Kolonialkritik. Als 1895 das Deutsche Kaiserreich seine kolonialpolitischen Aktivitäten im Wettbewerb mit den ›Weltmächten‹ England und Frankreich verstärkte, erschien mit Frieda von Bülows Kolonialroman Tropenkoller ein Bestseller, der eine Gattung begründetet: Abenteuerliteratur, Exotik, Paradiesfiktionen und Kolonialideologie gehen hier Hand in Hand. Die Ausstellung, die während ihrer Laufzeit um Beiträge aus anderen Archiven erweitert wird, erkundet die Grauzonen zwischen poetischen und politischen, historischen und aktuellen Diskursen.

In Zusammenarbeit mit Institutionen in Namibia und dem Stuttgart Research Centre for Text Studies. Die Ausstellung ist Initial eines durch das Land Baden-Württemberg und gemeinsam mit der Stiftung Preußischer Kulturbesitz beantragten großen Forschungs- und Ausstellungsprojekts zum ästhetischen, künstlerisch entworfenen und wissenschafts-, sammlungs- und realpolitisch umgesetzten Kolonialismus und der jeweiligen Wechselbeziehungen.

Literaturmuseum der Moderne, Schillerhöhe 8-10

www.dla-marbach.de

Ausstellung ›Tropenkoller. Literarischer Imperialismus‹
Literaturmuseum der Moderne, Schillerhöhe 8-10;
Marbach;
Tourismusgemeinschaft Marbach-Bottwartal Tourismusgemeinschaft Marbach-Bottwartal Erleben Sie die Wein-Lese-Landschaft. Bei uns finden Sie Wein-, Wander- und Radtouren, Streckenpläne, Gastgeber und viele Veranstaltungstipps über das ganze Jahr.
Marktstrasse 23
Marbach am Neckar
Baden-Württemberg
71672
Deutschland
URL of Map
Tel: +49 (0)7144/102-250 E-mail: info@marbach-bottwartal.de