Schillers Heimat

Literatur

September 2019

Eine WG-Ausstellung im Literaturmuseum der Moderne

Was sind wir? Was bin ich? Wie werden wir frei? Was macht uns in einem moralischen Sinn gut? Was ist Wahrheit? Warum gibt es Gott? Wozu gibt es die Kunst? Diese Fragen elektrisieren kurz nach dem Ausbruch der Französischen Revolution 1789 drei Theologie-Studenten des Tübinger Stifts: den 1770 geborenen Georg Wilhelm Friedrich Hegel, den gleichaltrigen Friedrich Hölderlin und den fünf Jahre jüngeren Friedrich Wilhelm Joseph Schelling. Gemeinsam verfassen die Drei eine Gründungsschrift des deutschen Idealismus, die auch ein Systemprogramm für die Literatur entwirft: »Mit dem freyen, selbstbewußten Wesen tritt zugleich eine ganze Welt – aus dem Nichts hervor – die einzig wahre und gedenkbare Schöpfung aus Nichts«. Das freie Spiel der Phantasie in der Sprache ist Voraussetzung für das Dichten wie das Philosophieren: »Der Philosoph muß eben so viel ästhetische Kraft besizen, als der Dichter; die Menschen ohne ästhetischen Sinn sind unsre BuchstabenPhilosophen. Die Philosophie des Geistes ist eine ästhetische Philosophie.«

Die Ausstellung folgt den Gesprächen über Poesie und Philosophie, die in dieser Dichter- und Denker-WG gezogen werden, durch die Sammlungen des Deutschen Literaturarchivs Marbach hindurch bis in die Gegenwart. Am WG-Tisch nehmen unter anderem Platz: David Friedrich Strauß, Friedrich Theodor Vischer, Karl Marx, Karl Jaspers, Hannah Arendt, Réné Magritte, Alexander Kluge, Peter Sloterdijk und Slavoj Žižek.

Eine Hegel-WG für Kinder und Schulklassen ergänzt die Ausstellung, die ein Teilprojekt des Hölderlinjahrs 2020 ist.

Gefördert von der Baden-Württemberg Stiftung

Literaturmuseum der Moderne, Schillerhöhe 8-10

www.dla-marbach.de

Ausstellung ›Hegel und seine Freunde. Die Poesie der Philosophie‹
Literaturmuseum der Moderne, Schillerhöhe 8-10;
Marbach;

 

Eine Rote-Faden-Ausstellung im Literaturmuseum der Moderne und Schiller-Nationalmuseum

Wie lernen wir schreiben? Wie beginnen wir, von Hand Buchstaben zu formen und daraus dann Wörter und Sätze und: Literatur zu bauen? Die von Hans Magnus Enzensberger angeregte Ausstellung zeigt Schreibübungen, Schulhefte, erste Gedichte und Briefe vom 18. Jahrhundert bis in die Gegenwart, von Friedrich Schiller bis Theresia Enzensberger. Und wir stellen das scheinbare Gegenteil zur Handschrift aus: die Programme und Modelle zum Poesieautomaten von Hans Magnus Enzensberger, der im November 2019 seinen 90. Geburtstag feiert.

Die Besucher können im Rahmen des ›Netzwerks literarische Erfahrung‹ an einem Experiment teilnehmen: ›Verstehen wir literarische Texte in der Handschrift besser?‹

Begleitend dazu startet ein modellhaftes Schreibprojekt an Orten, an denen Literatur normaler Weise nicht auftaucht – in Sportvereinen, Cafés, Kinos und Brennpunktschulen: Hands on!

 

 

Literaturmuseum der Moderne, Schillerhöhe 8-10

Ausstellung ›Hands on! Schreiben lernen, Poesie machen‹
Literaturmuseum der Moderne, Schillerhöhe 8-10;
Marbach;

Oktober 2019

Hans Magnus Enzenberger wird am 11. November 2019 90 Jahre alt.

Sein 1974 entworfener und im Jahr 2000 realisierter Langsberger Posieautomat hängt als Leihgabe der Sammlung Würth Künzelsau seit 2006 im Literaturmuseum der Moderne: ein laut ratternder Solist, den die Besucher mit einem Knopfdruck in Gang setzen und der vorallem eins will - zur Lust am Text verführen, zu der die Einsicht gehört, dass Literatur etwas ist, was als ästhetische Erfahrung weder autorisiert noch achriviert werden kann.

Literatur ist kein Vergangenheits- und Wirklichkeitsraum, den wir besitzen und verkaufen können, sondern ein Möglichkeitsraum, in den wir uns allerhöchstens hineinträumen.

Am Tag der deutschen Einheit verwickelt der Musiker Bryan Brenner den Poesieautomaten in ein Liebesduett.

11:00 - 14:00Uhr
Literaturmuseum der Moderne, Schillerhöhe 8, 71672 Marbach

www.dla-marbach.de

Der Eintritt in die Museen ist von 10 bis 14 Uhr frei und die Veranstaltung ist kostenlos.

Der Troubadour-Automat
Literaturmuseum der Moderne, Schillerhöhe 8, 71672 Marbach;
Marbach am Neckar;

Zeitkapsel 56: Theo Lutz oder die Erfindung der digitalen Poesie.

Mit Toni Bernhart, Nils Reiter, Claus-Michael Schlesinger und Sandra Richter.

Im Jahr 1959 schrieb ein Stuttgarter Student der Mathematik, Physik und Elektronik Literaturgeschichte: Auf dem Rechner Z22 programmierte er einen Algorithmus für Literatur. Der erste elektronische Text in deutscher Sprache entstand. Theo Lutz hieß der Student, der in der linken Stuttgarter Kulturzeitschrift ja und nein politische Essays publizierte, sich für Kybernetik begeisterte, Max Bense hörte, für IBM arbeitete, Professor für Informatik werden und schon in den 60er Jahren über elektronische Gehirne nachdenken sollte. Der Nachlass dieses Querdenkers liegt im DLA, und wir widmen inm einen Abend.

19:30Uhr
Literaturmuseum der Moderne, Schillerhöhe 8, 71672 Marbach

Berthold-Leibinger-Auditorium

 

Eintritt: 7 Euro/ erm. 5 Euro/ für Mitglieder der DSG 3,50 Euro

ZEITKAPSEL
Literaturmuseum der Moderne, Schillerhöhe 8, 71672 Marbach;
Marbach am Neckar;

Kinder-Ferienworkshop: Denken mit der Schreib-Hand

Fallen uns tatsächlich andere Dinge ein, wenn wir mit der Hand und dem Stift aufs Papier schreiben als wenn wir mit dem Daumen ins Handy tippen? Welche Art zu schrieben erzeugt welche Art zu denken?

Tamara Meyer und Julia Schneider finden das mit Kindern heraus und zeigen die Ergebnisse in einer kleinen Ausstellung.

Literaturmuseum der Moderne, Schillerhöhe 8, 71672 Marbach

Uhrzeit: 9-16 Uhr

Alter: 8-12 Jahre

Anmeldung: 07144/848- 617 oder museum@dla-marbach.de

Teilnahmegebühr: 30 Euro

Kinder-Ferienworkshop: Denken mit der Schreibhand
Literaturmuseum der Moderne, Schillerhöhe 8, 71672 Marbach;
Marbach am Neckar;

Andreas Kaminski: Gründe geben maschinelles Lernen als Problem der Moralfähigkeit von Entscheidungen.

Er ist am Höchstleistungsrechenzentrum Stuttgart verantwortlich für Philosophy of Science & Technology of Computer Simulation. Er beschäftigt sich mit philosophischen und psychologischen Implikationen bei maschinellem Lernen und künstlicher Intelligenz.

Sein Vortrag handelt von Technik und Ethik, Menschen und Maschinen.

Moderation Roland S. Kamzelak.

 

19:30Uhr
DLA Marbach, Humboldt-Saal, Schillerhöhe 8, 71672 Marbach am Neckar

Eintritt 7 Euro/ erm. 5 Euro/ für Mitglieder der DSG 3,50 Euro

DIGITALE ORGINALE 3
DLA Marbach, Humboldt-Saal, Schillerhöhe 8, 71672 Marbach am Neckar;
Marbach am Neckar;

November 2019

Tropenkoller. Literarischer Imperialismus

Eine Forschungs-Ausstellung im Literaturmuseum der Moderne

›Tropenkoller‹ meint seelische und körperliche Erregungszustände, ausgelöst durch klimatische Extrembedingung-en. ›Tropenkoller‹, das war eine medizinische Diagnose und zugleich Fantasiebegriff und Einfallstor für sozialpolitische Kolonialkritik. Als 1895 das Deutsche Kaiserreich seine kolonialpolitischen Aktivitäten im Wettbewerb mit den ›Weltmächten‹ England und Frankreich verstärkte, erschien mit Frieda von Bülows Kolonialroman Tropenkoller ein Bestseller, der eine Gattung begründetet: Abenteuerliteratur, Exotik, Paradiesfiktionen und Kolonialideologie gehen hier Hand in Hand. Die Ausstellung, die während ihrer Laufzeit um Beiträge aus anderen Archiven erweitert wird, erkundet die Grauzonen zwischen poetischen und politischen, historischen und aktuellen Diskursen.

In Zusammenarbeit mit Institutionen in Namibia und dem Stuttgart Research Centre for Text Studies. Die Ausstellung ist Initial eines durch das Land Baden-Württemberg und gemeinsam mit der Stiftung Preußischer Kulturbesitz beantragten großen Forschungs- und Ausstellungsprojekts zum ästhetischen, künstlerisch entworfenen und wissenschafts-, sammlungs- und realpolitisch umgesetzten Kolonialismus und der jeweiligen Wechselbeziehungen.

Literaturmuseum der Moderne, Schillerhöhe 8-10

www.dla-marbach.de

Ausstellung ›Tropenkoller. Literarischer Imperialismus‹
Literaturmuseum der Moderne, Schillerhöhe 8-10;
Marbach;
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