Schillers Heimat

Literatur

seit November 2018

Als das nationalsozialistische Deutschland das alte Europa ins Chaos stürzte, wurde die »Neue Welt« Thomas Manns Heimat. Hier entstanden zentrale Werke wie der »Doktor Faustus«, von hier aus wandte er sich via Rundfunk an die »Deutschen Hörer«. Seine Villa in Los Angeles galt als das »Weiße Haus des Exils«, er selbst wurde zum »Schutzherr des Stammes der Schriftsteller« (L. Marcuse). Die Ausstellung fragt nach den Folgen, die das amerikanische Exil für Thomas Mann hatte. Sie zeigt einen Schriftsteller, der für die Demokratie kämpfte, der sich für Frieden und Humanität einsetzte - und der in der Krise zu einer neuen, politischen Poetik fand.

In Kooperation mit dem Thomas-Mann-Archiv der ETH Zürich

Literaturmuseum der Moderne, Schillerhöhe 8-10

www.dla-marbach.de

Ausstellung Thomas Mann in Amerika
Literaturmuseum der Moderne, Schillerhöhe 8-10;
Marbach;

seit Mai 2019

Eine Improvisationsausstellung

Nie wird, so scheint es, so viel gelacht wie in Krisenzeiten. Lachen ist menschlich, Lachen stiftet Gemeinsamkeiten, Lachen befreit. Aber Lachen kann auch todtraurig sein oder bitterböse und gemein. Wir spüren den Varianten des Lachens im Literaturarchiv nach: Welche Texte begünstigen welches Lachen? Die Frage führt ins Zentrum des Kabaretts, das an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert entsteht und als Kulturform die Zuschauer einbezieht, Lachen provoziert und oft zugleich das Gegenteil bewirken will: Verstörung im Angesicht der Wirklichkeit, Aufruf zur politischen Aktion. ›Lachen. Kabarett‹ ist die erste Ausstellung in einer Reihe zu Literatur und Medienwechsel.

#LiteraturBewegt ist ein von der Kulturstiftung des Bundes und dem Ministerium für Wissenschaft und Kunst des Landes Baden-Württemberg gefördertes Ausstellungsprojekt.

Literaturmuseum der Moderne, Schillerhöhe 8-10

www.dla-marbach.de

Ausstellung #LiteraturBewegt 1: ›Lachen. Kabarett‹
Literaturmuseum der Moderne, Schillerhöhe 8-10;
Marbach;

September 2019

Eine WG-Ausstellung im Literaturmuseum der Moderne

Was sind wir? Was bin ich? Wie werden wir frei? Was macht uns in einem moralischen Sinn gut? Was ist Wahrheit? Warum gibt es Gott? Wozu gibt es die Kunst? Diese Fragen elektrisieren kurz nach dem Ausbruch der Französischen Revolution 1789 drei Theologie-Studenten des Tübinger Stifts: den 1770 geborenen Georg Wilhelm Friedrich Hegel, den gleichaltrigen Friedrich Hölderlin und den fünf Jahre jüngeren Friedrich Wilhelm Joseph Schelling. Gemeinsam verfassen die Drei eine Gründungsschrift des deutschen Idealismus, die auch ein Systemprogramm für die Literatur entwirft: »Mit dem freyen, selbstbewußten Wesen tritt zugleich eine ganze Welt – aus dem Nichts hervor – die einzig wahre und gedenkbare Schöpfung aus Nichts«. Das freie Spiel der Phantasie in der Sprache ist Voraussetzung für das Dichten wie das Philosophieren: »Der Philosoph muß eben so viel ästhetische Kraft besizen, als der Dichter; die Menschen ohne ästhetischen Sinn sind unsre BuchstabenPhilosophen. Die Philosophie des Geistes ist eine ästhetische Philosophie.«

Die Ausstellung folgt den Gesprächen über Poesie und Philosophie, die in dieser Dichter- und Denker-WG gezogen werden, durch die Sammlungen des Deutschen Literaturarchivs Marbach hindurch bis in die Gegenwart. Am WG-Tisch nehmen unter anderem Platz: David Friedrich Strauß, Friedrich Theodor Vischer, Karl Marx, Karl Jaspers, Hannah Arendt, Réné Magritte, Alexander Kluge, Peter Sloterdijk und Slavoj Žižek.

Eine Hegel-WG für Kinder und Schulklassen ergänzt die Ausstellung, die ein Teilprojekt des Hölderlinjahrs 2020 ist.

Gefördert von der Baden-Württemberg Stiftung

Literaturmuseum der Moderne, Schillerhöhe 8-10

www.dla-marbach.de

Ausstellung ›Hegel und seine Freunde. Die Poesie der Philosophie‹
Literaturmuseum der Moderne, Schillerhöhe 8-10;
Marbach;

 

Eine Rote-Faden-Ausstellung im Literaturmuseum der Moderne und Schiller-Nationalmuseum

Wie lernen wir schreiben? Wie beginnen wir, von Hand Buchstaben zu formen und daraus dann Wörter und Sätze und: Literatur zu bauen? Die von Hans Magnus Enzensberger angeregte Ausstellung zeigt Schreibübungen, Schulhefte, erste Gedichte und Briefe vom 18. Jahrhundert bis in die Gegenwart, von Friedrich Schiller bis Theresia Enzensberger. Und wir stellen das scheinbare Gegenteil zur Handschrift aus: die Programme und Modelle zum Poesieautomaten von Hans Magnus Enzensberger, der im November 2019 seinen 90. Geburtstag feiert.

Die Besucher können im Rahmen des ›Netzwerks literarische Erfahrung‹ an einem Experiment teilnehmen: ›Verstehen wir literarische Texte in der Handschrift besser?‹

Begleitend dazu startet ein modellhaftes Schreibprojekt an Orten, an denen Literatur normaler Weise nicht auftaucht – in Sportvereinen, Cafés, Kinos und Brennpunktschulen: Hands on!

 

 

Literaturmuseum der Moderne, Schillerhöhe 8-10

Ausstellung ›Hands on! Schreiben lernen, Poesie machen‹
Literaturmuseum der Moderne, Schillerhöhe 8-10;
Marbach;

November 2019

Tropenkoller. Literarischer Imperialismus

Eine Forschungs-Ausstellung im Literaturmuseum der Moderne

›Tropenkoller‹ meint seelische und körperliche Erregungszustände, ausgelöst durch klimatische Extrembedingung-en. ›Tropenkoller‹, das war eine medizinische Diagnose und zugleich Fantasiebegriff und Einfallstor für sozialpolitische Kolonialkritik. Als 1895 das Deutsche Kaiserreich seine kolonialpolitischen Aktivitäten im Wettbewerb mit den ›Weltmächten‹ England und Frankreich verstärkte, erschien mit Frieda von Bülows Kolonialroman Tropenkoller ein Bestseller, der eine Gattung begründetet: Abenteuerliteratur, Exotik, Paradiesfiktionen und Kolonialideologie gehen hier Hand in Hand. Die Ausstellung, die während ihrer Laufzeit um Beiträge aus anderen Archiven erweitert wird, erkundet die Grauzonen zwischen poetischen und politischen, historischen und aktuellen Diskursen.

In Zusammenarbeit mit Institutionen in Namibia und dem Stuttgart Research Centre for Text Studies. Die Ausstellung ist Initial eines durch das Land Baden-Württemberg und gemeinsam mit der Stiftung Preußischer Kulturbesitz beantragten großen Forschungs- und Ausstellungsprojekts zum ästhetischen, künstlerisch entworfenen und wissenschafts-, sammlungs- und realpolitisch umgesetzten Kolonialismus und der jeweiligen Wechselbeziehungen.

Literaturmuseum der Moderne, Schillerhöhe 8-10

www.dla-marbach.de

Ausstellung ›Tropenkoller. Literarischer Imperialismus‹
Literaturmuseum der Moderne, Schillerhöhe 8-10;
Marbach;
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